Brasserie Colette Tim Raue

Blogger-Dinner in der Brasserie Colette Tim Raue in Berlin. Eigentlich nicht so unser Ding. Dennoch haben wir zugesagt. Warum?
Zweitens, wir waren neugierig. Eine Brasserie in einer Seniorenresidenz?
Drittens: Wir wollten wissen, was Tim Raue hier konzipiert hat.
Ach ja, fast  vergessen: Erstens: Die Einladung kam von der „Schneiderei“  – Atelier für Texte und Konzepte“, Berlin. Eine PR- und Kommunikationsagentur, mit der wir schon häufig Kontakt hatten.

Unsere Erwartungen an das Blogger-Treffen waren zunächst eher bescheiden. Nachdem die Kolleginnen und Kollegen aber alle eingetroffen waren, erkannte man sofort, dass der Abend mehr als interessant wird. In der kleinen Gruppe waren nämlich vielseitige Interessen vertreten.

Wohnen, Einrichten, neues Design, Reisen, Locations, Lifestyle, Restaurants, Essen, Outfits, die Unterhaltungen kamen an diesem Abend jedenfalls ohne peinliche Pausen aus.

Steve Karlsch (© Bernhard Steinmann)

Begrüßt wurden wir von dem gelernten Koch und Kulinarischen Direktor der Brasserie Colette Steve Karlsch, der für alle drei Standorte zuständig und für die operative Umsetzung der Vorstellungen von Tim Raue verantwortlich ist.

Das Ambiente einer Brasserie soll sich ja durch einfachere Ausstattung vom Restaurant unterscheiden. Allerdings ist die Brasserie Colette zeitgemäß sehr ansprechend konzipiert und besticht durch Charme und Gemütlichkeit.

Brasserie steht eigentlich für Brauerei, meint aber heute eine bestimmte Art von Gaststätten. Sie kennen das ja. Es gibt die typischen Sitzbänke und Brasseriestühle, Marmortische und dunkelgraue Wände. Auch wenn ich leider nicht besonders darauf geachtete habe, wurde gegenüber der Bar eine Wandverkleidung aus Apotheker-Schränken eingebaut. Ich muss wohl nochmals hin. 

Ein Gläschen Champagner von Mercier (tadellos gekühlt) und reichlich Austern, eröffneten das kulinarische Programm. Die entscheidende Frage war natürlich, findet man einen geschmacklichen Bezug zu Tim Raue?

Zwar hat man ständig mit irgendwelchen Schärfenoten zu tun, doch das wars dann auch schon. Alles in allem erlebten wir eine moderne Brasserieküche auf einem sehr ansprechendem Niveau.

Und nein, es gibt keine Seniorenteller!

Unser Menü:

Artischocke mit 3 Dips

Garnele Marocain, Litschi, Rose (o.Abb.)

Pastete, Apfelrelish, Perlzwiebel

Entenleberterrine, Petersilienwurzel, Limette

Tomatensalat, Passionsfrucht, Basilikum

Thunfisch Nicoise,

Bohnen, Artischocke, Sardellenmayo

Lammstelze,

Essigkirsche, Zwiebel, Blumenkohl

Blanc de Blanc

Champagner, Traube, Joghurt, Limette

 

Käseauswahl, Maître Philippe (o.Abb.)

Wein und Service:

Mercier Champagner, Brut

2011, Riesling Fronholz, Domaine Ostertag, Elsass

2015 Le vin est un fête, Elian da Ros, Sud Quest

2014 Sidre Brut, Tendre, Eric Bordelet, Normandie

Schöne Weine, alles stimmig und klug ausgewählt.

Der junge Service ist entspannt und freundlich.

FAZIT:

Man muss sich nicht verbiegen um dem Essen eine französische Stilistik zu attestieren. Wer möchte, darf Bezüge zu Tim Raue suchen und meinetwegen auch in unterschiedlichem Maße finden. Mit Texturen, Akkorden und anderen Begriffen, die in der gehobenen Restaurantkritik so gerne bemüht werden, möchte ich hier niemanden langweilen.

Die Produktqualität ist gut, handwerklich gibt es nichts zu beanstanden und geschmacklich wurden unsere Erwartungen weit übertroffen. 

Manche Speisen waren durchaus rustikal zu nennen (Lammstelze), bei anderen wiederum war der Eigengeschmack klug im Vordergrund, immer jedoch stimmte die Balance.

Eine tadellose Leistung.

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