Frühsammers Restaurant

Für das laufende Jahr zeichnete der Restaurantführer Gault Millau das Restaurant Frühsammers zum ersten Mal mit 16 Punkten, gegenüber 15 Punkten aus den Vorjahren, aus. Sonja Frühsammer wird damit für ihre kontinuierliche Weiterentwicklung belohnt.
Davon konnten wir uns beim letzten Besuch überzeugen. Wir entschieden uns, fast schon traditionell, für das Kreativ-Menü, mit einer wahrhaft stattlichen Anzahl von Gängen. Im Wesentlichen möchte ich mich auf Aufzählung und Kurzbeschreibung der Eindrücke beschränken. Es soll schließlich kein literarisches Werk werden, die Bilder sprechen für sich. Sehen Sie selbst:

Die Küche grüßte mit einem kleinen Flammkuchen (ohne Abbildung) sowie einer Kombination von Lachs und Gurke. Eine schöne und gelungene Einstimmung. Als Aperitif wurde ein Glas Champagner aus dem Hause Ruinart gereicht.

Der erste Gang präsentierte ein Tatar vom Rinderfilet, Sauergurke, Eigelb und einen Kräutersalat, dieser ohne Abbildung. Ein, ich muss schon sagen, überraschender Einstieg.
Zurückhaltend gewürzt, harmonisch ausbalanciert.
Der Legende zufolge kommt der Name Tatar daher, dass früher Tataren unter ihren Sätteln Fleischstücke mürbe geritten hatten. An die gehobene Küche hatte man wohl damals noch nicht gedacht. Mittlerweile findet man diesen Einstieg in die Menüfolge auch auf Karten von Sternerestaurants.

Es folgten die Suppenshots: Petersilie mit Pulpo, Hummer, Safran.
Geschmacklich unverfälscht, ordentlich.

Kaninchenallerlei, Rote Bete, Pinienkerne.
Eine durchaus gelungene Kombination, beachtlich der Saucenspiegel.

Gemüse, Kräuter, Salat.
Optisch interessant, wobei die Präsentation sicher noch verbessert werden kann. Den Mais finden wir an anderer Stelle auf eine beeindruckende Art nochmals.

Rotbarbe, Brotsalat, Rote Paprika, Oliven, Rauke.
Die oberen Blätter geröstet, die Haut kross, guter Garpunkt. Der Brotsalat erweist sich dabei als besonders pfiffiger Einfall. Aus einem insgesamt guten Menü herausragend.

Sellerie, grüne Mandeln,
paniert, frittiert, klein aber fein.

Kabeljau, Ochsenmaulvinaigrette, Böhnchen, Liebstöckl.
Ein wunderbarer Fisch, der typische Liebstöckelgeschmack umarmte förmlich diesen Gang. Dennoch sehr gelungen, ansprechend.

Rochenflügel, Fenchel, Tomate, Aprikosenchutney, Boulliabaisesud.
An anderer Stelle in diesem Blog hatte ich schon darauf hingewiesen, dass ich Rochenflügel durchaus schätze . Sonja Frühsammer präsentierte ihn mit aromatischem Aprikosenchutney in einem außergewöhnlich hervorragendem Boulliabaisesud. Ein schönes Zusammenspiel der einzelnen Komponenten.

Hummer, Eisbeinravioli, Topinambur (Helianthus tuberosus).
Die süßliche Erdbirne, begleitete zu meinem Vergnügen eher zurückhaltend einen köstlichen Hummer, der mit Eisbeinravioli eine überraschende, gleichwohl aber schmackhafte Ergänzung fand.

Lamm, Gurke, Queller, Bronzefenchel.
Das Fleisch war tadellos, doch auch mit dem Friesenkraut als Koalitionspartner der Gurke geschmacklich leider unterlegen. Die Kombination insgesamt war für mich eher ungewöhlich, aromatisch, genau so beabsichtigt.

Rinderfilet, klassisch und geschmort, dreierlei Mais.
Der Mais steht hier eindeutig im Vordergrund. Man kann es klar erkennen. Popcorn wie im Kino. Und wenn ich schon dabei bin, ja es war großes Kino, soviel sei jetzt schon angemerkt. Das geschmorte Fleisch war grandios. Aromatisch, zart, der Gang insgesamt, wie die zuvor genossene Rotbarbe, meisterlich.

Bananencrisp mit Kirschhaube.
Was soll man sagen, herrlich.

Himbeere, Schokolade.
Feinste Frucht, die Schokolade nicht zu süß und eine ausreichende Portion ungetrübten Genusses.

Pfirsichtörtchen, Lavendel, Zabaione, Schwarze Johannisbeere bildeten den Abschluß eines gelungenen Menüs und eines überaus angenehmen Abends.

FAZIT:

Natürlich steht die Küchenleistung Sonja Frühsammers im Vordergrund, doch der Abend wird abgerundet durch die gut aufgelegte Servicecrew um Peter Frühsammer, der kundig von Tisch zu Tisch eilt, für jeden ein paar nette Worte hat und ein ausgewiesener Weinkenner ist. Wer also Essen auf gehobenem Niveau schätzt, die dazu passenden Weine genießen möchte, ist hier bestens aufgehoben.
Obwohl ich nur ungern Restaurants miteinander vergleiche, Frühsammers Restaurant zählt in Berlin zweifelsohne zu den Besten.

Zur Internetweite des Restaurants gelangen Sie hier:www.fruehsammers-restaurant.de

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