Gourmets, Restaurants und Sars-Cov 2

Gedanken:

Die Zeit rund um das Erscheinen der Restaurantführer ist für Gourmets besonders anstrengend. Es ist die Zeit, in der Redakteure über Köche und Restaurants schreiben müssen, ob sie nun etwas davon verstehen oder nicht. Nachdem nun endlich auch der Guide Michelin 2020 für Deutschland erschienen ist, legt sich allmählich die Aufregung und die Experten für die kleine Minderheit der nomadisierenden Gourmets übernimmt wieder die Veröffentlichsungshoheit.

Gerade noch haben wir uns darüber gefreut, dass Marco Müller mit dem Restaurant Rutz in Berlin den begehrten dritten Stern erhalten hat. Müller ist ein außergewöhnlicher Kreativkünstler, den zu verstehen nicht einfach ist. Die Gäste des Rutz teilen sich in zwei Rubriken auf. Diejenigen, die ausschließlich der geschmacklichen Balance folgen und diejenigen, die konsequent der Idee des Koches folgen. 

Wie dem auch sei, das Restaurant wird professionell geführt und hat keine Mühe, genügend Gäste an die Tische zu bringen.

Ähnlich wie bei anderen Spitzenrestaurants auch.

So war es, doch so wird es nicht bleiben. Ein ungebetener Gast hat die Weltbühne betreten: SARS-CoV-2. Die weltweite Ausbreitung von COVID-19 wurde am 11.03.2020 von der WHO zu einer Pandemie erklärt. Und das hat Auswirkungen. 

In Deutschland war man, meiner Meinung nach, anfangs etwas zögerlich, was Einschätzung und Umgang mit dem Virus betraf. War man etwa der Auffassung, dass Teile einer offenen Antwort die Bevölkerung verunsichern würde?

Mittlerweile werden Schulen und Kitas geschlossen. Restaurants und Kneipen bleiben leer. Und das ist erst der Anfang. Das gesellschaftliche Leben, so wie wir es kennen, ist bedroht. Unsere Wirtschaft leidet. Jetzt schon.

Berlin schließt Clubs und Bars. Fußballspiele werden abgesagt. Und doch beschleicht mich Unwohlsein. Konzertiertes Handeln kann ich nur schwerlich erkennen. Eine unserer Stärken, der Föderalismus, erweist sich nun auch als Schwäche. 

Es wird nicht mehr lange dauern, dann werden die Restaurants schließen. Solche Maßnahmen erscheinen einleuchtend. Gourmets, für die ich schreibe, werden es verschmerzen können, auf Restaurantbesuche für einige Zeit zu verzichten. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Branche sieht das nicht so gut aus. 

Und ja, die Grenzen bleiben natürlich offen. Eine nicht von allen verstandene Maßnahme. Vielleicht verlässt das Virus so unerkannt das Land.

Wie wird es in einem Jahr aussehen? 

Die Restaurantführer werden, falls sie überhaupt erscheinen, gravierende Änderungen aufweisen. Doch wird dies nebensächlich sein. In Zeiten der Krise werden die Prioritäten neu gesetzt. Es geht um unsere Gesundheit, die Gesundheit unserer Familien und die von Freunden. Es geht darum das Gemeinschaftsgefüge zu erhalten, Arbeitsplätze zu erhalten, ein gewisses Maß an Wohlstand zu erhalten. Jetzt sind wir alle gefragt. Jeder auf seinem Platz.  

Bleiben Sie gesund! 

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