Lois (*)

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An der Nördlichen Hauptstraße in Rottach-Egern finden wir das Restaurant Lois.
Alois Neuschmid hat sich dort einen Michelinstern erkocht. Der Restaurantführer Gault & Millau Deutschland für das Jahr 2013 hat bescheidene 12 Punkte vergeben.

Das Restaurant an der belebten Straße bietet im Gastraum, den hellgrüne Farben dominieren, eine lange Tafel auf, an der bequem 10 Personen Platz finden. Wer es etwas intimer haben möchte findet auch Tische für weniger Personen.

Die Neugier trieb uns bereits am Nachmittag zum Kaffee auf die Terasse des Restaurants.
Auch am Abend entschieden wir uns, gegen meine sonstigen Gewohnheiten, für die Terasse. Das Wetter war herrlich und ließ den Verkehrslärm der Straße beinahe vergessen.

Kurz entschlossen wählten wir das Vier-Gang-Überraschungsmenü.

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Erbsen-Minz-Suppe.

Natürich dominierte der Minzgeschmack die Suppe. Dadurch wirkte das Gericht nicht harmonisch austariert. Da jedoch Parmaschinken, Melone, Octopustatar und marinierter Thunfisch interessante Aromen beisteuerten, konnte der geschmackliche Mix durchaus gefallen. Ein knuspriger Tapioka-Sepia-Chip leistete allerdings keinen nennenswerten Beitrag.

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Dreierlei von der Gänseleber.

Die Gänseleber wurde als Mousse, Paté mit Weinbergpfirsich und gebraten aufgetischt.
Etwas Brioche durfte ebenfalls nicht fehlen.
Die crèmeartige Konsistenz der Mousse hätte noch etwas größerer Viskosität bedurft. Ansonsten war dies geschmacklich ein sehr guter Gang mit den typischen Gänseleberaromen. Alles so wie es sein sollte.

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Loup de mer.

Der „Wolf des Meeres“ schmeckte ausgezeichnet. Innen gut gegart, die krosse Haut etwas zu dunkel, der Sud würzig mit dezenter Schärfe.

Als Beilage Zwiebelkuchen mit eingelegten roten Zwiebeln zu servieren mutet etwas ungewöhnlich an, geschmacklich passte jedoch alles zusammen, wurde als sehr stimmig aufgenommen.

Bis hierhin begleitete ein Grüner Veltliner, Smaragd, Franz Hirzberger, 2011, das Menü.

Danach erfreute die Küche mit einem erfrischenden und sehr guten Erdbeersorbet (o.A.).

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Lammcarée.

Sehr schön gegart, mit einer wunderbaren Sauce angerichtet und von Aubergine und Paprika begleitet, war dies ein klassischer, handwerklich gelungener Gang.
Auf einer Schiefertafel wurden mit Lammhack gefüllte Frühlingsrollen gereicht, die mit einem Joghurt-Minze-Dip aromatisiert wurden.
Wie schon zuvor beim Loup de mer, kombiniert Alois Neuschmid munter drauflos. Das führt zu interessanten und unerwarteten Geschmackserlebnissen.

Hierzu empfahl man uns einen Merlot der wunderbar zum Lamm passte, dessen genaue Bezeichnung und Herkunft mir jedoch nicht mehr erinnerlich ist.

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Auch das Dessert hat uns an diesem Abend sehr gut gefallen.
Es gab ein Mandelmilcheis mit eingelegter Marille und Marillensorbet
und ein Marillengriessouflet mit Marillensoße.
Herrlich.

Service:

Der Service war freundlich, routiniert, sehr professionell, erfreulich kommunikativ, uneitel und unverkrampft. Dies passte zu einem gelungenen Abend.

FAZIT:

Alois Neuschmids Küche ist leicht verständlich. Nicht jeder Koch muss sich die Erneuerung der Haute Cuisine auf die Fahnen schreiben. Er bietet weit mehr als solides Handwerk und verzaubert mit ansprechender Aromatik. Seine Kombinationen sind manchmal ungewöhnlich, manchmal verblüffend, jedoch geschmacklich immer interessant und aromatisch bemerkenswert.

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