Restaurant Christopher´s

An dieser Stelle hätte ich eigentlich aus München berichten wollen. Die Reise war für Ende September 2020 geplant. Doch die Inzidenz (Anzahl der neu auftretenden Erkrankungen innerhalb einer Personengruppe von bestimmter Größe während eines bestimmten Zeitraums) für München hielt uns von einer Reise ab. Eine Entscheidung die uns nicht leicht gefallen ist und letztlich eine Bauchentscheidung war, denn verwertbare Anhaltspunkte durch die Regierenden in Stadt und Land und ihre sie beratenden Virologen waren bestenfalls widersprüchlich. Mittlerweile hat sich die Lage weiter verschlechtert und diejenigen die für uns zu handeln vorgeben sind so ratlos wie im März.

Doch das Leben geht weiter und so reservierten wir kurzerhand im Restaurant Christopher´s in Berlin.

Christopher Kümper war 2017 bei den „Berliner Meisterköchen“ zum Aufsteiger des Jahres gekürt worden. Damals war der Name des Restaurants noch „Schwein“ und befand sich im irgendwie hippen Ostteil der Stadt. Es folgte der Umzug in die dem Untergang geweihte City-West (zumindest konnte man das jahrelang lesen) und später die Umbenennung, da „Schwein“ nicht mehr so angesagt war.  

Wer die Szene in der Mommsenstraße kennt, der kennt auch die vielen Restaurants die sich in der Nachbarschaft teils schon über viele Jahre halten.

Das „Christopher´s“ erhält im aktuellen Gault&Millau Restaurantführer 15 Punkte. Das ist schon recht ordentlich. Der Grosse Guide setzt dem Restaurant drei Hauben auf und bescheinigt eine anspruchsvolle Küche.

Dies ist mein dritter Bericht zu diesem Restaurant, daher kann ich mich kurz fassen.

Rindertatar mit Ratatouille

und

Gazpacho

Ein sehr schöner Einstieg.

Tomatensalat, Weinbergpfirsisch, Yuzu

Ebenfalls sehr gelungen.

Zander-Schaumbällchen, Blutwurst, Caldeirada

Die Blutwurst wird im Zander und der Zander unter dem Pak-Choi-Blatt versteckt. Soviel zur Navigation. 

Ein vollmundiges, rundes Geschmacksbild.

Frankfurter Grüne Soße, Landei, Backkartoffel

Die Grüne Soße kommt auch ohne Sauerampfer aus. Für etwas umami werden Algen verwendet. Ein gut bürgerliches Gericht, wobei „gut bürgerlich“ im positiven Sinne Verwendung findet.

Geräucherter Aal, Birne, Bohne, Speck

Das Bild gefällt mir recht gut. Die Kreation war wuchtig und sättigend und blieb mir für den Rest des Abends sehr präsent.

Kikok-Maishähnchen, Spinat, Senf

Trotz reichlicher Senfkörner war es ein sehr schmackhaftes Gericht. Sehr würzig mit einen hervorragenden Fleisch. 

Sika-Hirsch, Sojasauce, Dashi, Kombualge

Ganz klar der beste Gang im Menü. Wann habe ich das zuletzt über ein Fleischgericht gesagt?

Pfifferlinge, Buchenpilze, Kräutersaitlinge und kleine Champignons, gebadet in Lauchöl, sind hervorragende Begleiter des Hirsches.

Der Sikahirsch (Cervus nippon) ist ein aus Ostasien stammender Hirsch, der durch Einbürgerungen heute in vielen Gegenden der Welt vorkommt. Sie sind bedeutend kleiner als der uns bekannte Rothirsch.

Joghurtmousse, 

Die sichtbaren Früchte sind auch in der Mousse verarbeitet. Koriandersprossen und Molke sollte ich ebenfalls erwähnen.

Schokoladensorbet „Schwarzwälder-Kirsch“

Kirschsorbet, Brownie, schwarze und weiße Schokolade

Wie so oft in letzter Zeit gibt auch dieses Dessert sein Geheimnis erst preis, wenn man mit dem Löffel auf Erkundungstour geht.

FAZIT:

Christopher Kümper gehen die Ideen nicht aus. Seine Kreationen sind schmackhaft, durchdacht, manchmal üppig.

Hinzu kommt ein sehr freundlicher und routinierter Service und der Leitung von David Monnie.

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