Rutz

In der Chauseestraße in Berlins Mitte befindet sich das Restaurant Rutz.

Jetzt müsste ich etwas über eine günstige Lage im Zentrum, leicht erreichbar u.s.w. erzählen, was natürlich auch zutrifft, doch für einen Berliner, der gerne hunderte von Kilometern für gutes Essen zurücklegt, spielt dies nicht wirklich eine entscheidende Rolle.

Hinter der Eingangstür befindet sich zunächst die Weinbar. Über eine Treppe erreicht man das mit einem Michelinstern ausgezeichnete Restaurant. Dort nahmen wir an einem Tisch von eher bescheidenenem Ausmaß Platz. Natürliche Farben, ruhige und warme Brauntöne bestimmten die Szenerie. Tischdecken würden da eher störend wirken, so hat man darauf verzichtet. Der Abend zeigte, dass es bisweilen in Restaurant und Weinbar auch etwas lauter zugehen kann, störend war dies jedoch nicht. Weiterlesen »

Hugos

Seit vielen Jahren beherbergt das Hotel InterContinental Berlin, gelegen an der Budapester Straße, mit dem „Hugos“ ein Restaurant der Spitzenklasse. Der Name ist eine Ableitung aus dem Namen des früheren Restaurants „Zum Hugenotten“, das 2003 umbenannt wurde. Genau genommen hat man den von der Berliner Gastroszene abgeleiteten Spitznamen zum Restaurantnamen erhoben.

Chef de cuisine ist Thomas Kammeier, der diese Position bereits seit 1998 innehat, nachdem er zuvor als Souschef tätig war. 1999 erkochte er zum ersten Mal einen der begehrten Sterne des Guide Michelin.

Das Restaurant ist im 14. Obergeschoß gelegen und bietet einen dementsprechenden Blick über Berlin. Die ästhetische Gestaltung ist, wie erwartet, einem erstklassigen Hotel entsprechend. Hell, freundlich, funktionell. Weiterlesen »

Lochner

Kulinarisch hat Berlin in den letzten Jahren durch innovative und kreative Küchenchefs an Bedeutung gewonnen. Die Aufwertung und Anerkennung durch diverse Restaurantführer sind hierfür ausreichender Beleg. Jahr für Jahr erstrahlen neue Sterne am Gourmethimmel. Sie erhalten die ungeteilte Aufmerksamkeit von Gourmets und Medien, verstellen dabei jedoch, wenn auch unbeabsichtigt, den Blick auf eine Reihe begabter, kreativer Köche, die schon vor Jahren die gehobene Gastronomie in Berlin bereichert und anspruchsvoll präsentiert haben.

Oftmals ist dabei die Rede von Restaurants „unterhalb der Sternegastronomie“. Eine Bezeichnung die ich nicht sonderlich schätze und die den fleißigen, begabten und kreativen Köchen auch in keinster Weise gerecht wird. Einen, bzw. eine davon, Sonja Frühsammer, habe ich in diesem Blog bereits vorgestellt.

Heute wenden wir uns Andreas Lochner zu, der am Lützowplatz in Berlin bereits seit 2004 gemeinsam mit Gerlinde Lochner-Kern das nach ihm – oder ihnen – benannte Restaurant betreibt. Dort wird klassisch gekocht und schnörkellos präsentiert. Die Menükarte ist als Vorschlag zu verstehen. Auf Gästewünsche wird, soweit möglich, eingegangen. Weiterlesen »

La Vie

Im sogenannten „Tenge-Haus“, in Osnabrück befindet sich das jüngste mit drei Michelinsternen ausgezeichnete Restaurant Deutschlands. Erbaut von Ernst Friedrich Tenge (1759-1824) in den Jahren 1813 und 1814, also in der kunstgeschichtlichen Epoche des Klassizismus.

Nachdem Thomas Bühner zunächst als Hoffnungsträger auf den dritten Stern ausharren musste, war es im letzten Jahr endlich soweit. Thomas Bühners Kochstil, der durchaus der Avantgarde zuzurechnen ist, überzeugte uns bereits 2010 mit ausgefallenen und hervorragenden Kreationen.
Damals wurden die einzelnen Gänge durch kleine, wahrhaft kulinarische Kunstwerke, eingestimmt.
Als Beispiel möchte ich aufführen:
Gänseleber-Schokoladenpraline als Vorbereitung für eine Crème von der Gänsestopfleber mit Zitronengranitée und Rucola oder
ein Wachtelei mit Ingwermarinade, gefolgt von einem bretonischen Rochenflügel mit Kapern, Limone und Nußbutterschaum Weiterlesen »

Lorenz Adlon Esszimmer

In der Berliner Dorotheenstadt („Mitte“) befindet sich, mit Blick auf das Brandenburger Tor, das Hotel Adlon Kempinski. 1997 durch den Bundespräsidenten Roman Herzog eröffnet, belebt es den Mythos des erstmals 1907 eröffneten Hauses des Mainzers Lorenz (geboren als Laurenz) Adlon.
Weltberühmte Gäste, unter ihnen viele gekrönte Häupter, gingen damals ein und aus. Auch heute ist das Haus wieder etwas Besonderes.
In den letzten Jahren machte auch das eingebettete Gourmetrestaurant von sich reden. Zum Ende des Jahres 2011 wurde durch die Verleihung eines zweiten Michelinsternes an das Restaurant „Lorenz Adlon Esszimmer“, unter der kundigen Leitung des Küchenchefs Hendrik Otto, ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Otto, der bereits bei namhaften Köchen gearbeitet hat, zeigt durch akribische Detailarbeit und Kreativität, dass im Zusammenspiel mit gutem Personal, hoher Produktqualität und dem kleinen aber noblen Restaurant, noch so manches möglich ist.
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Horváth

In Berlin-Kreuzberg findet man am Paul-Lincke-Ufer das kürzlich vom Guide Michelin mit einem der begehrten Sterne ausgezeichnete Restaurant Horváth. Benannt nach dem österreichisch-ungarischen Schriftsteller Edmund Josef von Horváth, besser bekannt als Ödön von Horváth. Einige seiner Werke wurden in den 1950er Jahren verfilmt, bestens bekannt dabei die „Geschichten aus dem Wiener Wald“.

Küchenchef Sebastian Frank schaffte mit dieser Auszeichnung den Sprung in die erste Liga Berliner Spitzenrestaurants.
Das legere Ambiente passt durchaus zu Kreuzberg, der uns zugewiesene, wahrlich sehr kleine Tisch, ließ übermäßige Bequemlichkeit erst garnicht aufkommen. Dass auf eine Tischdecke verzichtet wurde überraschte uns nicht mehr. Ein neuer Trend?
Nun konnte nur noch eine gute Küchenleistung zeigen, dass wir die richtige Restaurantwahl für diesen Abend getroffen hatten.

Noch ein Wort zum Publikum. Jung und Alt, auch internationale Gäste fanden den Weg.
Die Kleidung durchaus dem Kreuzberger Kiez angepasst, jedoch war man tolerant genug auch einen Anzugsträger mit Weste ohne Murren zu ertragen.

Wir entschieden uns mit kleinen Abweichungen für das Menü „Innovation“. Weiterlesen »

Reinstoff

Den Reigen Berliner Spitzenrestaurants setzen wir heute im Reinstoff fort, das nicht nur durch die Verleihung zweier Michelinsterne hohe Erwartungen in uns weckte, sondern auch durch die Tatsache, dass Daniel Achilles früher in Langen bei Juan Amador tätig war. Innerhalb kürzester Zeit kochte er sich in Berlin nicht nur in die städtische, sondern auch landesweit, in die Oberklasse. Der Empfang war routiniert und führte in ein eher bescheiden wirkendes Restaurant, das, zumindest an den Zweiertischen, nicht mit einem üppigen Platzangebot aufwartete. Durch den Sommelier und Restaurantleiter Ivo Ebert, den wir auch schon in Langen erleben durften, steigerte sich die Stimmung von routiniert freundlich auf herzlich.

Wir wählten das große Menü, das bei Daniel Achilles „weiterdraußen“ genannt wird.
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First Floor

Der Unterschied zwischen amerikanischem und britischem Englisch bedeudet in diesem Falle nur, dass man bei der britischen Variante ein paar Treppenstufen bewältigen muss.
Doch geht es hier nicht um Paterre oder Obergeschoß, sondern um ein Sternerestaurant in Berlin. Während das Logo des Restaurants die nötige „Bodenhaftung“ offenbart – ich konnte der Versuchung, dieses Bild an den Anfang zu setzen nicht widerstehen – befindet sich die Küche längst in höheren Sphären.
Im seit vielen Jahren mit einem Michelinstern ausgezeichneten Restaurant im Hotel Palace in Berlin, setzt seit Frühjahr 2010 Matthias Diether als Küchenchef die Akzente.
Er löste Matthias Buchholz ab, der bei meinem letzten Besuch noch den Takt vorgab. Doch wollen wir uns jetzt lieber der Gegenwart zuwenden. Weiterlesen »

Schwarzwaldstube


Die Gemeinde Baiersbronn, welche ich besonders aus kulinarischer Sicht schätze, ist nach der Landeshauptstadt Stuttgart die flächenmäßig zweitgrösste Gemeinde in Baden-Württemberg und zählt ca.16.000 Einwohner. Im Teilort Tonbach findet man das Hotel Traube, das mit dem Restaurant Schwarzwaldstube eine der Topadressen für Gourmets in Europa beherbergt, welches im Fenster bescheiden mit dem Hinweis „Französisches Restaurant“ wirbt. Seit 1992 erhält die Schwarzwaldstube unter der Leitung ihres Chefkochs Harald Wolfahrt drei Sterne des renommierten Restaurantführers Guide Michelin. Weiterlesen »

Frühsammers Restaurant

Für das laufende Jahr zeichnete der Restaurantführer Gault Millau das Restaurant Frühsammers zum ersten Mal mit 16 Punkten, gegenüber 15 Punkten aus den Vorjahren, aus. Sonja Frühsammer wird damit für ihre kontinuierliche Weiterentwicklung belohnt.
Davon konnten wir uns beim letzten Besuch überzeugen. Wir entschieden uns, fast schon traditionell, für das Kreativ-Menü, mit einer wahrhaft stattlichen Anzahl von Gängen. Im Wesentlichen möchte ich mich auf Aufzählung und Kurzbeschreibung der Eindrücke beschränken. Es soll schließlich kein literarisches Werk werden, die Bilder sprechen für sich. Sehen Sie selbst: Weiterlesen »